Ferdinand Bunte: Allrounder, Vordenker und Mentor wird 70

Gemeinschaft, Zusammenhalt, Einsatz und Lebensfreude – nach wie vor sind das Werte, die gerade im ländlichen Raum die Gesellschaft ausmachen. Viele Menschen bauen mit ihrem Engagement dieses soziale Kapital auf. Doch manche von ihnen drücken ihren Orten nicht nur durch ihr Tun einen Stempel auf, sondern hinterlassen mit ihrem Wirken eine Spur, die sich über Jahrzehnte zieht. Sie prägen ihre Zeit und haben auch Einfluss auf die Zukunft. Einer von diesen Persönlichkeiten ist Ferdinand Bunte, der das Leben in Kleinenberg und darüber hinaus in mehreren Vereinen maßgeblich geprägt hat. Am 18. Juli wurde das Kleinenberger Urgestein 70 Jahre. „Ferdi hat mit Sicherheit das Leben unzähliger Leute positiv beeinflusst. Eben, weil er es stets geschafft hat, gerade Kinder und Jugendliche zu begeistern und in ihnen ein Feuer zu entfachen. Davon profitieren die Vereine und gerade unser Sportverein noch heute“, erinnert sich Frank Brüß, heute selbst im erweiterten Vorstands-Team des Sportvereins DJK Kleinenberg. „Er hat stets Werte vorgelebt und weitergegeben und den Nachwuchs konsequent gefördert. So war er für uns und viele andere immer ein Mentor – zum Beispiel, wenn es darum ging, sich als Trainer, Übungsleiter, Turnier-Organisator oder Funktionär einzubringen.“ Unvergessen für eine ganze Generation sicher auch seine Breitensportgruppe in den 90er Jahren. Heute nur schwer vorstellbar, dass sich zu den wöchentlich zwei Stunden teilweise über 50 Kinder und Jugendliche auch aus anderen Orten zum Sport in der neuen Turnhalle trafen. Es sei mehr gesellschaftliches Ereignis denn Übungsstunde gewesen. Bereits hier zeigte sich die Weitsicht Buntes, der als Jugendobmann beim Bau der Sporthalle 1991 und deren Ausstattung auf ein möglichst breites Sportangebot beharrt hat. Trampolinspringen, Tischtennis, Badminton, Volleyball – schon damals wurde der Grundstein gelegt für eine vielfältige Ausrichtung des Sportvereins, die vor dem Hintergrund des demographischen Wandels aktuell umso wichtiger ist. Zudem war er im DJK Sportverband Paderborn als Jugendleiter von 1977 bis 1989 Mitbegründer der Jugendleiterausbildung und als Vorstandsmitglied von 2002 – 2005 und 2011 -2017 eine tragende Säule und Repräsentant des Verbandes. Er erhielt für seine prägende Arbeit das DJK Ehrenzeichen in Gold und das Ludwig Wolker Relief. In seinem Heimatverein wurde er mit der Silbernen Ehrennadel ausgezeichnet, 2015 für 50-jährige Mitgliedschaft geehrt und 2011 zum Ehrenmitglied ernannt. Dieses herausragende Engagement leistete er seit jeher mit großer Besonnenheit und viel Humor. Dieser trat vor allem auf der großen Karnevalsbühne in Erscheinung, wo er als Kleinenberger Bote den ortsansässigen und auswärtigen Gästen der „Blau-Weißen Nacht“ Anekdoten aus Kleinenberg präsentierte. „Unser Dank an Ferdi kann gar nicht groß genug sein“, betont Ulrike Hibbeln-Sicken, 1. Vorsitzende des SV DJK. „Seine unschätzbaren Leistungen wirken bis heute in unser Vereinsleben. Vor allem der Bau der Turnhalle, an dem er entscheidenden Anteil hatte, hat unseren Verein zu dem gemacht, was er heute ist. Auch jetzt ist Ferdi immer am Puls der Zeit und wir schätzen ihn überaus als kompetenten Rat- und Ideengeber.“ Eine seiner weiteren Ideen, auf nichtsportlichem Gebiet, begegnet den Besuchern Kleinenbergs schon bei der Fahrt in den Wallfahrtsort. Als es beim Jubiläum „750 Jahre Titularstadt Kleinenberg“1999 um die Fertigung von Ortseingangsschildern ging, entwarf Ferdi Bunte die „Eulen“ und sorgte für deren Umsetzung. Seiner sorgfältigen jahrelangen Pflege der Schilder ist es zu verdanken, dass sich diese auch heute noch in einem sehr guten Zustand befinden. Es ist nur ein kleines Beispiel für die jahrzehntelange Arbeit des pensionierten Lehrers im Sportverein, Schützenverein, Kirchenvorstand oder Förderverein Heimathaus, dem er bis heute als Ehrenvorsitzender angehört. Einen großen Meilenstein für Kleinenberg setzte er 1985. Als es um den Abriss der alten Küsterschule ging, war Ferdi Bunte eine der treibenden Kräfte, die sich vehement für den Erhalt einsetzten. Heute bildet das sanierte Heimathaus neben der Pfarrkirche eine einladende Begegnungsstätte im Kern des Wallfahrtsortes. Er ist Gründungsmitglied des Fördervereins Heimathaus und leitete als 2. Vorsitzender zusammen mit Johannes Hibbeln als 1. Vorsitzenden 18 Jahre lang die Geschicke des Vereins. Ob als Theaterspieler der Heimatbühne, jahrelanger Leiter des Arbeitskreises Werken oder als Bühnenbauer beim Jugendtheater – Ferdi Bunte ist eben ein „Allrounder“. Beim Bau der Kulturbühne entstand durch seine Visionen und seine Kreativität in akribisch durchgeführter Eigenleistung der heute viel bestaunte Gewölbekeller in der alten Küsterschule. „Ferdi war stets ein großartiger Impulsgeber und gleichzeitig ein Mann der Tat. Damit hat er die Entwicklung des Fördervereins Heimathaus seit seiner Gründung wesentlich geprägt“, so der Vorstand. Mit der Einweihung der Kulturbühne 2004 beendete Ferdi Bunte seine Vorstandsarbeit im Förderverein Heimathaus Kleinenberg. Als geselliger Mensch ist Ferdi Bunte heute noch im Chor, in der Squaredance- und Volkstanzgruppe, im Arbeitskreis Dorfgeschichte sowie im Männerkochclub aktiv. Auch im Sportverein ist er noch aktiver Volleyballer und gern gesehener Gast bei Veranstaltungen. Im DJK Sportverband engagiert er sich weiterhin in der Dokumentationsstelle und als Mitorganisator von ehemaligen Treffen.   Text: Frank Brüß, Monika Dickgreber Fotos: DJK Sportverband Paderborn