DJK Sportverband Diözesanverband Paderborn e.V. | Propsteihof 10 | 44137 Dortmund
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Die Anfänge

Bereits 1860 gab es im Dortmunder Raum - wie auch in anderen Städten und Gemeinden - eine katholische Sportbewegung. Die Sportler gehörten dem „Jünglingsverein" der Propstei-Gemeinde an. Die enge Bindung der Sportler zu ihrer Kirchengemeinde war typisch für diese Zeit. Jedes Mitglied einer Sportabteilung musste auch Mitglied eines katholischen Vereines wie dem „Jungmänner-, dem Burschen-, oder dem Gesellenverein" sein.
1910 schlossen sich die Abteilungen zum „Turnverband der katholischen Jünglingsvereine" zusammen. Ein Jahr später erfolgte der Zusammenschluss zu einem Bezirksverband.
1919 kam es schließlich zur Eingliederung des Bezirksverbandes Dortmund in den Kreisverband Rhein-Weser, der u.a. das Gebiet der Diözese Paderborn umfasste.

Der DJK Verband wurde im Deutschen Reich 1920 im Rahmen der 9. Generalversammlung des Verbandes der katholischen Jünglingsvereinigungen auf dem Katholikentag vom 16.-18. September 1920 in Würzburg als „Deutsche Jugendkraft, Reichsverband für Leibesübungen in katholischen Vereinen" gegründet. Erster Vorsitzender war Generalpräses Prälat Carl Mosterts.

 

Die Zeit des Nationalsozialismus

Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten wurde wie in vielen anderen Bereichen, auch im Sport die Gleichschaltung durchgeführt. Die DJK hoffte, aufgrund des zwischen dem Staat und der Kirche abgeschlossenen Konkordates auch weiterhin eine gewisse Eigenständigkeit behalten zu können. Doch diese Hoffnung trog. Nachdem man schon vorher manche Schikane ertragen musste - hier taten sich insbesondere die „kleinen Nazis" vor Ort sehr schlimm hervor - folgte am 23. Juli 1935 praktisch das Verbot der DJK.

Viele DJKler trafen sich außerhalb der Vereine und hielten den DJK Gedanken im Untergrund aufrecht. Viele traten anderen Vereinen bei oder trieben gar keinen Sport mehr. Unter Lebensgefahr wurden schriftliche Aufzeichnungen aus den Vereinen oder andere Erinnerungsstücke wie Banner über die Zeit gerettet. Das meiste jedoch wurde von den Nazis vernichtet.

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach dem Zweiten Weltkrieg lag Deutschland in Schutt und Asche. Ruinen und Trümmer prägten das allgemeine Bild. Deutschland hatte keinen Regierung, es war in vier Besatzungszonen aufgeteilt, die vier Siegermächte bestimmten in ihren Zonen unterschiedlich stark die Politik hinunter bis in die Gemeinden, auch für den Sport. Dennoch bildeten sich überall schnell wieder Sportvereine.

Für die DJK stellte sich die Frage: Kann man 1945 wieder da anfangen, wo man 1935 aufhören musste?

Viele Sportfunktionäre der DJK hatten eingesehen, darunter auch der ehemalige Generalpräses Ludwig Wolker, dass ein DJK-Verband selbstständiger Prägung nicht mehr sinnvoll war. So gestaltete sich die weitere Verbandsentwicklung als äußerst kompliziert. Das hatte hauptsächlich zwei Gründe:
Vor dem Krieg gehörte der heutige Diözesanverband Paderborn dem Kreis „Rhein-Weser" an, der die Diözesen Paderborn, Münster und der rechtsrheinische Teil der Diözese Köln umfasste. Dieser Kreis war in die Gaue Mark (Dortmund), Münsterland (Münster), Ruhr (Duisburg) und Siegerland/Sauerland unterteilt, die ihrerseits in verschiedene Bezirke eingeteilt waren, die sich jedoch wegen des starken Anwachsens der DJK ständig änderten.

Diese Verbandsstrukturen gab es nach dem Krieg nicht mehr, da politisch völlig neue Strukturen gebildet worden waren (Land NRW, Regierungsbezirke, Kreise usw.).
Nach dem Tod des Generalpräses Carl Mosterts (1926) war Prälat Ludwig Wolker am 9.11.1926 zum Nachfolger gewählt worden. Er wurde nach dem Krieg zu einer der großen Persönlichkeiten des deutschen Sports, der die Geschichte des modernen Sports in Deutschland entscheidend mitprägte. So war er u. a. der Mentor des jungen Willi Daume, er war Mitbegründer des Deutschen Sportbundes (DSB) des Landessportbundes NRW (LSB) und bis zu seinem Rücktritt 1953 persönliches Mitglied im Nationalen Olympischen Komitee. Ludwig Wolker befürwortete die Öffnung der DJK in den deutschen Sport, er bejahte den Beitritt des Verbandes zum DSB, gleichzeitig auch den Beitritt der Vereine in die entsprechenden Fachverbände.

Das hieß: Sportbetrieb in der Gemeinschaft aller Sportler und nicht nur mehr Katholiken. Diese Position stieß in Teilen der DJK, besonders aber im westdeutschen Raum, auf starken Widerstand.
Anfangs wehrten sich die politischen, besonders die ehemaligen sozialistischen Kräfte gegen die Aufnahme katholischer Sportvereine in die Sportverbände der Städte. So kam es 1946 zur Gründung des selbstständigen DJK-Verbandes der „DJK- Spielgemeinschaft Rhein-Weser" mit Sitz in Hamm (Westfalen). Sie vertrat die konservative Richtung, die den Sport im katholischen Bereich begrenzt sah. 
Organe des BDKJ fassten 1947 (u. a. in Hardehausen) Beschlüsse zum Sport. So wollte man auf eine Wiedereinrichtung eines eigenständigen DJK Sportverbandes verzichten, plante aber die Gründung einer Arbeitsgemeinschaft DJK.

Am 3. August 1947 wurde im Maxsaal in Düsseldorf die „Arbeitsgemeinschaft Deutsche Jugendkraft" auf Bundesebene - unter Mitwirkung der Spiel und Sportgemeinschaft Rhein-Weser - beschlossen. Das war die Wiedergründung der DJK nach dem Zweiten Weltkrieg. Erster Vorsitzender wurde Ludwig Wolker.
1948 nahm die „Wolker Richtung" als Hauptverband die Arbeit auf (sogenannte Altenberger Linie). Doch 1949 kam es zum Bruch zwischen den zwei DJK Richtungen. Die Spiel- und Sportgemeinschaft „Rhein-Weser" konstituierte sich am 18. September in Herne zu einem „DJK Verband Rhein-Weser", Zeitschrift „Sturm und Steuer".

Unter der Führung von Ludwig Wolker wurde am 18. Dezember 1949 in Altenberg die „Deutsche Jugendkraft e.V., Verband für Sportpflege in katholischer Gemeinschaft und Arbeitsgemeinschaft der DJK Vereine" als Rechtsnachfolger des 1935 aufgelösten Reichsverbandes der DJK gegründet.
Immer wieder kam es zu Streitereien zwischen den zwei Verbänden, sodass mehrfach die Bischöfe schlichtend eingreifen mussten. 1950 wurde schließlich ein Koordinierungsausschuss gebildet, der eine erste Vereinbarung zwischen dem DJK Hauptverband (Altenberg) und dem Verband „Rhein-Weser" (Hamm) traf.

Demnach wurde der Verband „Rhein-Weser" auf die Diözesen Paderborn und Münster begrenzt. Ab 1954 nennt sich dieser Verband Rhein-Weser „DJK Zentralverband". Im selben Jahr kommt es zu einer Konstituierung des „DJK Bundesverbandes", der aus dem DJK Hauptverband, dem DJK Zentralverband und der eigenständigen DJK Frauensportgemeinschaft gebildet wird.

 

Die Gründung von Diözesanverbänden

Auf Bundesebene wurden in der Zwischenzeit mehrere Diözesanverbände gegründet, u. a. 1948 Aachen, 1949 Köln, 1950 Münster und 1952 Trier.

Die Gründungsversammlung hat am 14. Mai 1953 im Vereinshaus der St. Josefsgemeinde, Heroldstraße 13, in Dortmund stattgefunden. Ein Protokoll von dieser Gründungsversammlung ist nicht auffindbar. Einem Protokoll von 1954 ist zu entnehmen, dass der Vorstand wiedergewählt wurde. Dem ersten Vorstand des DJK Diözesanverbandes Paderborn gehörten an:

1. Vorsitzender: Franz Jung (Dortmund)
2. Vorsitzender: Franz Ernesti (Paderborn)
Geschäftsführer: Hermann Bömken (Dortmund)
Jugendwart: Eduard Lübbers (Paderborn)
Sportwart: Willi Tuke (Paderborn)
Diözesanjugendseelsorger: Vikar Karl Schulze

Vom 9. bis zum 11. August 1957 führte die DJK ihr 3. Bundessportfest in Paderborn durch. 5.000 Teilnehmer aus 20 Diözesen kämpften in 24 Sportarten und 238 Disziplinen um den Sieg. Erzbischof Dr. Lorenz Jaeger hielt den Festgottesdienst im Dom, Ministerpräsident a. D. Karl Arnold sprach auf einer Feierstunde auf dem Domplatz. Gäste der Abschlussveranstaltung im Inselbadstadion waren u. a. der Apostolische Nuntius für Deutschland, Dr. Alois Muench, DSB Präsident Willi Daume, der Mainzer Bischof Dr. Albert Stohr und der Weihbischof von Paderborn Dr. Franz Hengsbach.

 

Die Gründung des Ruhrbistums Essen

Schon seit Anfang des 20 Jahrhunderts hatte es Überlegungen zur Errichtung eines Bistums „Ruhrgebiet“ gegeben.
1951 wurden die Pläne wieder aufgegriffen.
Am 19. Dezember 1956 schlossen der Vatikan und das Land Nordrhein Westfalen einen vertrag über die Errichtung des Bistums Essen.

Am 18. Dezember 1957 ernannte Papst Pius XII. den Paderborner Weihbischof Dr. Franz Hengsbach zum ersten Bischof des neuen Bistums Essen. Dadurch wurden viele DJK Vereine des DJK Diözesanverbandes Paderborn aus dem Ruhrgebiet und dem westlichen Sauerland Mitglieder des neu gegründeten DV Essen.

 

Die Einigung der Verbände

Inzwischen weitete sich die Auseinandersetzung zwischen dem DJK Hauptverband und dem DJK Zentralverband in der Öffentlichkeit aus. Dieser Streit betraf insbesondere die DJK in der Diözese Paderborn. Der Diözesanjugendseelsorger Paul Jakobi formulierte 1960 in einem Brief: „... Die Existenz der beiden DJK Verbände ist das größte Ärgernis der Nachkriegszeit im katholischen Raum in Deutschland....“ Auf ein Machtwort der Bischöfe verpflichtete der bischöfliche Treuhänder, der Weihbischof von Münster, Heinrich Tenhumberg, die beiden Verbände in einem Vertrag vom 29. April 1961 in Düsseldorf zur Vereinigung: „Deutsche Jugendkraft, Verband für Sportpflege in katholischer Gemeinschaft“. Der ehemalige „Zentralverband“ wurde als „Verbandsringgemeinschaft“ Teil des neuen Verbandes.

Der erste DJK Diözesantag nach der Einigung wurde am 19. November 1961 nach Dortmund einberufen. Dem neuen Vorstand gehörten an:

1.Vorsitzender: Hans Mlynarzyk
2. Vorsitzender: Erich Tacke
Diözesanpräses: Paul Jakobi (Paderborn)
Geschäftsführer: Bernhard Wallmeyer (Herne)
Sportwart: Albert Röhmer (Dortmund)
Pressewart: Eduard Lübbers (Paderborn)

Der DJK Hauptverband brachte in den neuen Verband 65 Vereine mit 8.287 Mitglieder ein. Insgesamt bestand der Verband nun aus 189 Vereinen in 13 Kreisverbänden. Als Folge der Vereinigung der beiden Verbände traten in den nächsten Jahren viele Vereine aus der DJK aus. 1962 umfasste der Verband 163 Vereine mit 14.800 Mitgliedern. 1968 kam dann das Ende des eigenständigen Sport- und Spielbetriebs der „DJK Verbandsringgemeinschaft“.

 

Die endgültige Einigung

Der letzte Schritt der Einigung der DJK wurde auf dem Bundestag im Mai 1970 in Würzburg vollzogen. Die DJK Frauensportgemeinschaft und der DJK Verband schlossen sich zu einem „DJK Sportverband Deutsche Jugendkraft, katholischer Bundesverband für Leistungs- und Breitensport“ zusammen. Diese Vereinigung wurde schnellstens bis auf die Vereinsebene durchgeführt. Nachdem nun Frieden eingekehrt war, kam es zu einer rasanten Entwicklung in der DJK, die sich auch deutlich an den Mitgliederzahlen des DJK Sportverbandes Diözesanverband Paderborn ablesen lässt:         

1970 20.547 Mitglieder 127 Vereine
1975 25.097 Mitglieder 98 Vereine
1980 30.410 Mitglieder 102 Vereine
1985 34.123 Mitglieder 103 Vereine 
1990 35.595 Mitglieder 105 Vereine

 

Zurzeit hat der DJK Sportverband Diözesanverband Paderborn ca. 32.000 Mitglieder in 76 Vereinen.